Ideen für die TU …

Niemand muss das Rad neu erfinden. Genausowenig wollen wir aber Fehler, die vielleicht an anderen Hochschulen begangen wurden, wiederholen. Auf dieser Seite sammeln wir beides, bitten auch um entsprechende Kommentare und wollen uns die „Schwarmintelligenz“ zu nutze machen.

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Johannes Klicpera Johannes Klicpera
An der TU München kenne ich zwei verschiedene Systeme recht genau, das der Physik und das der Informatik.
In der Physik muss man in den ersten zwei Semestern alle Grundlagenprüfungen bestehen. Das sind drei Prüfungen pro Semester von jeweils ca. 8 ECTS (insgesamt 50 ECTS). Für jede hat man 2 Versuche + ein dritter kommisioneller, wenn man nur in einer der drei durchgefallen ist. Für diese Klausuren wird man automatisch angemeldet, es gibt einen schriftlichen Klausurtermin kurz nach Semesterende und den Wiederholungstermin am Ende der vorlesungsfreien Zeit. In der Wahl von weiteren Vorlesungen ist man dabei nicht eingeschränkt.
Das klingt ein wenig streng, hat aber zwei wesentliche Vorteile:
- Man ist gezwungen, sich gleich auf sein Studium zu konzentrieren und bekommt so recht schnell mit, ob dieses Fach einem liegt oder nicht (inklusive schnellem Feedback in Form der Klausurnote). Weiters entfallen Einstufungstests vor dem Studium, die Qualität kann aber dennoch gewährleistet werden.
- Man gewöhnt sich an einen produktiven Unialltag, was bedeutet, dass man während des Semesters mitlernt und am ersten Klausurtermin teilnimmt. An der TU München schließen daher fast alle Physiker in Mindeststudienzeit ab. An der TU Wien sieht das nach meiner Erfahrung ganz anders aus...
In der Informatik muss man im ersten Jahr eine Klausur bestehen, ansonsten ist man frei. Dafür gibt es hier eine (mit ca. 2.2 oder ca. 2.7 mit Bewerbungsgespräch recht lockere) Numerus Clausus-Hürde. Dass hier der Großteil der Studenten dennoch halbwegs fleißig dabei ist und in Regelstudienzeit abschließt, liegt vor allem an einer TUM-weiten Regelung.
An der TU München muss man unabhängig vom Studiengang nach dem 3. Semester 30 studienrelevante ECTS abgeschlossen haben, nach dem 4. 60 ECTS und so weiter. Daher liegt die Maximalstudienzeit bei 8 Semestern. Ausnahmen sind hier möglich und werden (mit begleitender Unterstützung und Studienberatung) auch erteilt. Das führt ebenfalls zu einer besseren Konzentration auf das Studium.
Allgemein muss ich sagen, dass vor allem das System der Physik sehr gut funktioniert. Insbesondere bei einem anspruchsvollen Studium wie Physik neigt man dazu, die schwierigen Prüfungen vor sich herzuschieben und nur die leichten zu absolvieren. Das führt einerseits zu einem sinnlosen Studienplan, bei dem die Grundlagenvorlesungen (Mathematik) am Ende des Studiums stehen, und andererseits dazu, dass einige Studenten nach Jahren noch aus dem Studium fallen. Ich kenne selbst mehrere Fälle, bei denen das genau so passiert ist.
Man muss es vielleicht nicht so regeln, dass im ersten Jahr jede Prüfung bestanden werden muss, jedoch sollte das Schieben von Grundlagenprüfungen erschwert und die frühe Erkenntnis, für welches Studium man geeignet ist, durch die Prüfungsordnung gefördert werden.
Michael Filzmoser Michael Filzmoser
RWTH Aachen Projekt zur Förderung der Selbsteinschätzung des Potenzials in einem Studienfach - in Deutschland durch Ministerium ausgezeichnet

http://www.rwth-aachen.de/cms/root/Die-RWTH/Aktuell/Pressemitteilungen/Juni/~fzuy/MIWF-zeichnet-gemeinsames-Projekt-von-FH/

Noch keine konrete Studienwahl zu Studienbeginn - Heranführung an das Arbeiten in Lerngruppen an der Uni - breite Information über das Studienangebot.

Auch die anderen Preisträger und Projekte des Wettbewerbs 'Guter Studienstart' sollten wir uns anschauen:

- Universität Bielefeld: „Gemeinsam anfangen – durch Austausch lernen“
- Fachhochschule Köln: „Come in – Commit“
- Universität Siegen: „Brücken ins Studium“
- RWTH Aachen und FH Aachen: „Guter Studienstart im Ingenieurbereich“
Michael Filzmoser Michael Filzmoser
Erfahrungsbericht und Pilotversuch Mentoring im ersten Studienjahr in der Informatik der RWTH Aachen. Ev. für AG 2 relevant. Mentoring-Konzept adaptiert von der TU Darmstadt und der Uni Magdeburg.

http://www.informatik.rwth-aachen.de/Downloads/Mentoring/Mentoring22.2.pdf
Michael Filzmoser Michael Filzmoser
Die TU München sammelt unter dem Titel connecTUM überfachliche Angebote für die Studieneingangsphase wie zB:

English sprachkurse
VKMath
Deutsch als Fremdsprache
wissenschaftliches Arbeiten

(also im Fall der TU nicht unbedingt Grundlagenfächer, jedoch ebenfalls für unterschiedl. Studien relevant)

https://www.lehren.tum.de/print/themen/management-von-studium-und-lehre/drittmittelprojekte/tum-individual/massnahmen/
Michael Filzmoser Michael Filzmoser
Bei (clusterbezogen) gemeinsamen Grundlagenlehrveranstaltungen wie in der AG3 besprochen, werden wir große Studierendenzahlen in identen LVs haben, das sollte entsprechend unterstützt werden bzw. die Skaleneffekte ermöglich hier entsprechende Unterstützung auch auf breiter Basis einzuführen.

Meine Kollegin Martina Hartner-Tiefenthaler hat mich diesbezügl. auf 'Cascaded Blended Mentoring' dass in der Studieneingangsphase der (sehr großen) Psychologie an der Uni Wien eingesetzt wird hingewiesen.

Untersützt durch e-elearning betreuen höhere Semester Studierendengruppen im Wissenserwerb. Die Methode wurde auch dokumentiert und evaluiert:


http://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1026/0033-3042.60.2.99

http://experimental-psychology.de/ccc/docs/pubs/StrassnigLeidenfrostSchabmannCarbon2007.pdf

http://othes.univie.ac.at/21193/

Das kombiniert die Themen 'Lernen in der Gruppe' und 'lernen von Höhersemestrigen' die beim Kick-off gefallen sind. Ev. passt der Ansatz aber auch besser in die AG2
Georg Georg
Ich fände es wäre eine gute Idee über mehrere Fakultäten gemeinsame Projektarbeiten (z.B. Architekten mit Bauingenieuren, oder Elektroniker mit Maschinenbauern etc.) in den Studienplänen zu ermöglichen. Früher oder später muss man ja ohnehin zusammenarbeiten - und so könnte man auch gleich ein wenig Kontakt zu anderen Fachbereichen aufbauen.
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